Langzyklusanwendung oraler Kontrazeptiva

Die Anwendung hormonaler Verhütungsmittel ("Pille") in Form des sogenannten "Langzyklus-Schemas" ist geeignet, monatliche Blutungen zu vermeiden. Sie möchten zwar einerseits gern auf monatliche Blutungen verzichten, sind aber andererseits verunsichert, weil es vom Althergebrachten abweicht. Deshalb sollten Sie die folgenden Informationen gründlich lesen.

 Langzyklus - wie geht das?

Zur Vermeidung monatlicher Blutungen wird auf die 7tägige Pause nach der 21tägigen Einnahme, in der es gewöhnlich zur Blutung kommt, verzichtet. Gleich im Anschluss wird mit der Einnahme aus einer neuen Zykluspackung begonnen. Durch die pausenlose Anwendung von 3 oder 4 Zykluspackungen einer geeigneten Pille bleibt für den Zeitraum der Einnahme (9 bzw. 12 Wochen) die Blutung aus. Danach wird die 7tägige Einnahmepause eingelegt, in der es zu einer Blutung kommt.

 Ist die Langzyklus-Anwendung nicht unnatürlich?

Nein, denn die monatlichen Blutungen, die Sie unter Anwendung der Pille haben, sind keine natürlichen Menstruationsblutungen, sondern "künstlich" herbeigeführte Hormonentzugsblutungen, die aus dem Hormonabfall während der 7tägigen Pause resultieren. Als die Pille vor 40 Jahren eingeführt wurde, hat man bewusst dieses 21+7-Tage-Regime gewählt, um den Pillen Anwenderinnen eine Gefühl von "Natürlichkeit" zu geben. Für Sicherheit und Verträglichkeit der Pille war die Einnahmepause und die daraus resultierende Blutung jedoch zu keiner Zeit erforderlich.

 Ist diese Form der Pillen-Anwendung überhaupt sicher?

Ja, sie ist sogar sicherer als die herkömmliche Pillen-Einnahme. Während der 7tägigen Einnahmepause beginnt in den Eierstöcken bereits wieder eine Eizelle heranzureifen. Kommt es während der 21tägigen Einnahme zu einem Anwendungsfehler (z.B. vergessene Einnahme, Erbrechen, Wechselwirkung mit anderen Medikamenten), kann die Wirkung der Pille vermindert sein. Durch den Verzicht auf die Einnahmepause bleibt das Heranreifen einer Eizelle aus, so dass selbst das 1 oder 2malige Vergessen eines Dragees keine Auswirkungen auf die Sicherheit mehr hat.

 Welche Risiken bestehen?

Im allgemeinen keine. Nach derzeitigem Wissensstand sind die Risiken bei der pausenlosen Anwendung eines geeigneten Pillen-Präparates nicht höher als bei der herkömmlichen Einnahme.

 Mit welchen Nebenwirkungen muss man rechnen?

Nebenwirkungen treten nicht häufiger auf als bei der Pillen-Anwendung mit regelmäßiger Einnahmepause, zumal ständige Hormonschwankungen entfallen. Lediglich das Risiko für Zwischenblutungen kann zu Beginn der Langzyklus-Anwendung etwas höher sein. Dies bessert sich jedoch schon im 2. Langzyklus deutlich. Da die regelmäßigen Abbruchblutungen entfallen, ist die Zahl der Blutungstage insgesamt bei den meisten Frauendeutlich vermindert.

 Bietet die Langzyklus-Anwendung weitere Vorteile?

Ja, eine ganze Menge. Durch die Unterdrückung der Blutung entfallen menstruationsbedingte Beschwerden wie Bauch-, Kopf- und Rückenschmerzen. Auch Beschwerden des sogenannten prämenstruellen Syndroms bessern sich vielfach. Migräneattacken, die vielfach während der Einnahmepause auftreten, werden unterdrückt. Eisenmangelanämien, die durch starken Blutverlust entstehen können, werden vermieden. Und letztendlich bedeutet der verzicht auf monatliche Blutungen eine bessere Hygiene und einen deutlichen Zugewinn an Lebensqualität.

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin / Ihrem Arzt darüber!

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